Alles bleibt anders

Dankbarkeit, Glücksgefühle, Freude, Jubel, Unsicherheit, Verständnislosigkeit, Orientierungslos.

 

Das sind ein Teil der Empfindungen, die ich in den ersten sechs Monaten hatte, seit der Gründung der Poesieapotheke hatte. Manchmal reißen einen Entwicklungen einfach mit und plötzlich fragt man sich: Bin das eigentlich ich? Was wollte ich eigentlich und was will ich noch? Was ist meine Botschaft und was sind meine Vision?

 

Der Start mit #schreibdichglücklich

 

Der Start in meine Selbstständigkeit mit der Poesieapotheke war fulminant! Nachdem in den ersten 1,5 Monaten noch einiges an Bürokratie zu erledigen war, ging die eigentlich Arbeit direkt mit #schreibdichglücklich los. Anfang Januar sprachen Gina, vom Ministerium für Glück und Wohlbefinden, und ich zum ersten Mal über das Projekt. Ich erzählte ihr von meiner Idee und gemeinsam entwickleten wir in einem Brainstorming die konkrete Aktion #schreibdichglücklich. Erwartungen hatte ich keine, nur den Wunsch, diese Idee, die mich schon länger begleitete, umzusetzen und einige Menschen damit zu erreichen. Wie viele es letztendlich sein würden, wer uns alles teilte, welche Wellen die Aktion schlug und wie viele liebe und tolle Nachrichten wir bekamen, haute mich fast täglich (im positiven Sinn) aufs Neue um. Es war wirklich großartig!

 

Orientierungslos in die Zukunft?!

 

Irgendwann jedoch kam der Punkt, an dem ich mich nicht nur um #schreibdichglücklich kümmern konnte, sondern auch um meine Kunden und um die Entwicklung der Poesieapotheke. Und was machen Menschen, wenn sie heutzutage mit einer Idee, einem Projekt oder einer Frage starten? Richtig, sie informieren sich im Internet, recherchieren, lesen Artikel von anderen, die vermeintlich mehr Erfahrung haben und ihr Wissen weitergeben. Wissen, das sich darum dreht, wie man im Netz sichtbar wird, wie man mehr Follower generiert, wie man die besten Kunden bekommt und sein Traumhonorar und so weiter.

 

Doch je mehr ich las, desto mehr déjà vus hatte ich: Scheinbar jede Person, die ein online basiertes Angebot verkauft, arbeitet mit derselben Wortwahl, mit derselben Art neue Kunden anzusprechen und zu "ködern" und außer dem konkreten Angebot - wenn überhaupt - wirkt die ganze öffentliche Präsenz sehr identisch. Ich empfinde es oft als Einheitsbrei, so kalkulierend, so nach Plänen und Vorgaben gestaltet, wie nun etwas zu sein hat.

 

Parallel dazu musste ich feststellen, dass mir selbst abhanden gekommen ist, was MEINE Poesieapotheke denn sein soll und wie ich das für mich gestalten möchte. Muss man wirklich, um erfolgreich zu sein, alle diese Tipps verfolgen, geht es nicht auch anders? Muss ich Freebies anbieten, die man nur bekommt, wenn man sich für einen Newsletter anbietet? Möchte ich von "Investionen" statt von "Kosten" sprechen? Möchte ich emotionale Geschichten konstruieren, die den Leser zu meinem Kunden machen (weil sie in einer gewissen Form doch durch Worte manipuliert wurden? Will ich wirklich eines Tages einen Stundenlohn von mindestens 400 Euro für Privatpersonnen erreichen, auch wenn ich das - sei die Leistung noch so gut - für maßlos überteuert halte? Sind angebotene Online-Trainings, die gänzlich ohne persönliche Unterstützung auskommen für mich denkbar? Gerade für mich?! Sind mir persönliche Kontakt doch so wichtig ist. Viele Fragen kamen auf, Antworten hingegen war nicht zu sehen.

 

Nur eins stand und steht fest: Mein Blog, meine Kommunikation mit euch und meine Angebote, sie alle sollen authentisch bleiben und nicht nur auf Erfolg ausgerichtet sein UND es soll alles ein Stück weit Normalität wiederspiegeln. Abseits von Perfektionismus, der schon wieder unpersönlich wirkt und abseits von Selbstoptimierung bis zum letzten und dem Darstellen einer künstlichen Welt in den sozialen Medien.

 

Was willst du?

 

Was willst du eigentlich? Fühlt es sich gut an, wie du denkst, lebst und handelst? Machst du das, was du für richtig hälst, wie es für dich stimmig ist? Oder folgst du den kleinen fiesen Stimmen in dir, die dir sagen, wie, wann und was du zu tun hast? Es ist nicht immer leicht, eine Antwort auf diese Fragen zu finden, aber es lohnt sich immer dem nachzugehen. Immer wieder an Weggabelungen stehenzubleiben, dich auf eine Bank zu setzen und dir ich die Zeit zu nehmen, nachzuspüren, wie es dir gerade geht, wie sich diese oder jene Situation für dich anfühlt und welchen Weg du weitergehen willst. Dabei geht es nicht nur um Selbstverwirklichung oder ein neues, anderes Leben. Es geht auch sehr um die kleinen Entscheidungen im Leben, die jeder immer wieder treffen muss und bei dem es eine große Hilfe sein kann, in sich hineinzuhören.

 

Alles bleibt anders

 

Bei mir war es dann auch soweit und statt mich nun mit Freunden und Kollegen in Gesprächen im Kreis zu drehen (wobei solche Gespräche auch immer sehr hilfreich sein können), fing ich an zu schreiben. Mit klar definierten Fragen und mit einer großen Portion Kreativität. Ein kleiner Workshop also, nur für mich. Und obwohl dieser noch nicht ganz abgeschlossen ist, gibt es schon einige Ergebnisse, die ich euch nach und nach vorstellen werde.

 

Alles bleibt anders heißt, dass es ein paar kleine Änderungen geben wird - so wie sich Projekte mit der Zeit (weiter-)entwicklen (sollten). Aber grundsätzlich bleibt auch (fast) alles wieder gleich. Die Poesieapotheke ist und bleibt ein Ort rund ums Schreiben, Worte und Geschichten.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Fräulein Stressfrei (Sonntag, 27 August 2017 15:37)

    Liebe Simone,

    ich habe mich gerade ausgiebig auf deiner Seite umgesehen und natürlich möchte ich meinen Kommentar unter deinen ersten Post hier setzen. Viel habe ich eigentlich nicht zu sagen, außer... großartig. Wirklich. Ich denke, du bist mit deiner Selbstständigkeit und deinem Herzensprojekt auf dem richtigen Weg. Du bist authentisch und herzlich. Ich bin gerne hier und komme gerne wieder.

    Schön, dass es dich hier gibt!

    Liebe Grüße,
    Anna