Schreibend in den Herbst - für mehr Achtsamkeit und innere Ruhe in deinem Leben

Kastanie als Sinnbild für Achtsamkeit und Schreibmeditation

Nach Regen kommt Sonne und dann ist er da, dieser eine Tag: Sonnenschein und blauer Himmel, nur kleine, sanfte Wolken ziehen vorbei. Die schon hervorgeholte Mütze und der Schal bleiben zu Hause. Draußen sitzen, spazierengehen, sich von der Sonne wärmen lassen und Energie für kältere, dunklere Jahreszeit mitnehmen. Sonnenlicht tanken statt vor der Heizung zu sitzen. Licht statt Dunkelheit. Frische Luft einatmen und tief ausatmen.

 

Das Blätterrascheln unter den Füßen genießen, sich an den Farben und Formen erfreuen. Sich Zeit nehmen, die Umgebung wahrnehmen, Kastanien sammeln, tasten, fühlen und genau betrachten.

 

Apropos Kastanien... In diesem Blogbeitrag nenne ich dir herbstlichen Schreibimpuls, den ich selbst schon umgesetzt habe und dir natürlich weitergeben möchte.

 

Wann hast du das letzte Mal eine Kastanie aufgehoben und betrachtet?

Weißt du noch, wie du ein Kastanienmännchen bauen kannst?

Wie lange ist es her, dass du dir die Taschen mit Kastanien gefüllt hast?

 

Du hast vor kurzem erst einen Herbstspaziergang gemacht und dich an den Kastanien erfreut? Super! Lass dich auf die Impulse ein und betrachte die Kastanie ganz neu. 
Du weißt nicht mehr, wann du das zum letzten Mal getan hast, weil es wohl schon zu lange her ist? Damit bist du nicht allein, denn zumindest mir ging es genauso - und vielen anderen bestimmt auch.

 

 

Impuls "Achtsamkeit"

Dieser Impus ist für alle perfekt, die sich in der Achtsamkeit üben wollen, vielleicht länger keine Kastanie mehr in der Hand hatten (ihr könnt auch eine Eichel o.ä. nehmen) und die das natürlich schreibend tun möchten.

 

Suche dir seinen Kastanienbaum aus und wähle spontan 3-5 Kastanien aus, die unter einem Baum liegen. Kurzer Blick, welche dich anspricht und schon darf sie in deine Tasche verschwinden.

Wenn du anschließend nach Hause (oder an einen anderen schönen Ort gegangen bist), lege die Kastanien vor dich hin und schaue sie dir alle ganz genau an. Drehe und wende sie. Mache auch mal die Augen zu und fühle nur ihre Form. Klopfe daran, lass sie auf den Tisch fallen und höre dir das Geräusch an. Dir sind beim Ausprobieren und Kennenlernen der Kastanien keine Grenzen gesetzt.

 

Herbstblätter_Schreibmeditation Achtsamkeit

Du kannst dir die Uhr auf ca. 5 Minuten stellen. Diese 5 Minuten widmest du dich nur den Kastanien. Vielleicht erscheint dir die Zeit lange, weil du selten so aufmerksam einen Gegenstand betrachtest, aber versuche dich darauf einzulassen.

 

Danach gehts ans Schreiben...

 

Notiere 5-10 Minuten alles, was dir aufgefallen und eingefallen ist. Alles, was du wahrgenommen hast, gefühlt oder gesehen hast.

 

Denke nicht lange nach, bevor du die ersten Wörter aufs Papier bringst, sondern schreibe drauf los und schaue, was der Stift so schreibt.

 

Damit schulst du deine Achtsamkeit und deine Konzentration, erlebst die Ruhe und bist im Hier und Jetzt. Der Fokus ist nur auf der Kastanie. Außerdem lernst du wieder das genaue Beobachten und Beschreiben, was uns in der gegenwärtigen Zeit, in der alles schnell gehen soll und Bewertungen ganz schnell im Vordergrund stehen, schwer fällt.

 

 

Impuls "Schönheit"

 

Diesen Impuls solltest du nur lesen, wenn du a) den Impuls "Achtsamkeit" schon für dich genutzt hast b) dich mit diesem ersten Impuls gar nicht beschäftigen möchtest.

 

Ich möchte dir nämlich etwas von meiner Schreiberfahrung berichten und meine Gedanken und Fragen virtuell "zu Papier" bringen. Du kannst dich das was jetzt kommt gerne zum Anlass nehmen, selbst darüber (schreibend) nachzudenken oder darüber zu philosophieren. Oder du gehst der Frage nach, was meine Gedanken mit dir machen? Kannst du ihnen etwas abgewinnen?

 

Der Impuls heißt nicht ohne Grund "Schönheit", denn beim Schreiben kreisten meine Gedanken permanent darum. Um die Schönheit der Kastanien. Wenn du dir deine Kastanien ganz genau angeschaut und in deinen Händen gehalten hast, fällt dir vielleicht eins auf: Sie sehen alle ganz unterschiedlich aus. Keine ist wie andere. Und doch, fand ich sie alle schön - gerade in ihrer Vielfalt und Unteschiedlichkeit. Manche waren groß, dick und rund, andere klein, flach, mit vielen Dellen. Alle fühlten sich anders an, manche lagen besser als andere in der Hand und trotzdem war jede einzelne angenehm zu halten.

 

Gibt es die perfekte Kastanie? So wie es im Supermarkt oftmals diese genormten "perfekten" Äpfel gibt? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mich diese perfekten Standardäpfel, die nur dort liegen, weil der Konsument sie angeblich schöner findet als andere, nicht so sehr begeistern, wie echte Äpfel, direkt vom Baum. Verschrumpelt und mit Löchern und jedes Mal beim Griff in die Obstkiste eine Überraschung.

 

Wollen Menschen wirklich das Perfekte? Was wäre, wenn es plötzlich überall Vielfalt statt Einheit im Obst- und Gemüsebereich gäbe? Was bliebe übrig? Oder bliebe nichts übrig, wenn wir uns alle an diese Vielfalt gewöhnt hätten und es "normal" wäre?
Welche Kastanie bliebe liegen, wenn die Schönsten gesammelt werden?
Und was, was sagt das über die Schönheit beim Menschen aus? Ist die Kastanie nicht auch ein Sinnbild dafür, dass alle Menschen so unterschiedlich sind - in ihrem Aussehen, in ihrer Persönlichkeit - und genau darin schön sind? Abseits von klassischen Merkmalen, die scheinbar als "perfekt" gelten?

 

(Trotz der vielen Fragen, kannst du im Schreibprozess deine eigenen Antworten finden. Dafür ist es wichtig, dass du schreibst ohne dir vorab zu überlegen, was und wie.)

 

Schreib mir gerne deine Erfahrungen, die du beim Schreiben gemacht hast? Das würde mich wirklich interessieren.

 

Eine schöne Herbstwoche aus der Poesieapotheke!

 

 

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