Schreiben hilft... nicht immer!

Buchstaben_Scrabble_Kreatives Schreiben

Wann schreiben nicht hilft

 

Schreiben hilft... nicht immer! Schreiben kann schaden!

 

Schreiben kann schaden? Das schreibe ich?

 

Genau.

 

Ein großes ABER muss ich dennoch dahinter setzen.

 

Schreiben hilft, wenn du Buchstaben in Zeit und Ruhe auf Papier bringst – oder tippst. 

Oder wenn du deine Gedanken und Gefühle aufschreibst, ganz frei, ohne lange nachzudenken.
Schreiben kann jedoch auch schaden.

Nämlich dann, wenn es um SMS, Whatsapp-Nachrichten oder schnell getippte Mails geht. Welche Schwierigkeiten es geben kann und wie ihr es löst, damit sie auch definitiv nicht mehr schaden können, erfahrt ihr jetzt. 

 

 

1. Schnelligkeit

 

Digitale Nachrichten verfassen wir oftmals ganz schnell. Nebenher, während wir auf einen Bus warten, beim Spazierengehen, beim Warten ganz allgemein, egal wo. Die Aufmerksamkeit ist so nicht nur auf dem Text, sondern zugleich auf all den anderen Reizen, die die Umgebung so bietet. Auf den Straßenverkehr, auf die anderen Menschen, auf dem nächsten Termin. Wir nehmen uns manchmal keine Zeit, sondern schreiben schnell, was uns als erstes in den Sinn kommt und schicken es ebenso schnell und unbedacht ab.
Durch die Spracherkennung kommen auch immer so gerne viele kleine Fehlerchen rein, die auch mal echt unangenehm werden können.

 

 

2. Klang

 

„Dann machen wir das eben so.“ Wie hat er oder sie das denn gemeint? Als nette Bestätigung mit einer fröhlichen Stimme: „Klar, dann machen wir das so. Gerne.“ oder schon fast enttäuscht, frustriert und genervt: „Na gut, wenn es sein muss.“ Je nachdem wie es uns gerade geht, in welcher Beziehung wir zu diesem Menschen stehen, der uns eine Nachricht schickt,„hören“ wir die Stimme dazu. Uns fehlt aber der tatsächliche Klang der Stimme - und natürlich auch noch die Mimik und Gestik.

Was nett gemeint sein kann, klingt für uns vielleicht beleidigt oder anders herum. So lässt sich lange aneinander vorbeischreiben oder wir schicken Sätze ab, die letztendlich einen Streit vom Zaun brechen können, der gar nicht nötig wäre.

 

 

3. Nutzung

 

Nutzt du Whatsapp, um dich mit Freunden, Familie und Bekannten ausgiebig auszutauschen und beinah Gespräche zu führen? Oder dient es dir nur um kurz und knapp Verabredungen zu treffen? Oftmals stecken bei zwei „Gesprächspartnern“ ganz unterschiedliche Bedürfnisse hinter der Nutzung.

Oft gesehen, gehört (und natürlich auch schon selbst erlebt ;) ) gibt es hier auch gerne Zündstoff: Sagen wir Hallo und Tschüss wie in einem Gespräch oder schreiben wir nur, wenn wir was zu sagen haben? Was bedeutet es, wenn der andere nicht schreibt? Hat er einen vergessen, es nicht für nötig gehalten zu antworten, ist er sauer oder schreibt jemand einfach nur gerne kurz und knapp?
Wieso schicke ich ständig Fotos aus meinem Alltag, aber von der anderen Person kommt nichts?!

 

 

4. Emoticons

 

Erst vor kurzem habe ich in einem Artikel über Emoticons gelesen: Die kleinen Gesichter würden oftmals etwas ganz anderes bedeuten, als die meisten (heute in Deutschland) in ihnen sähen. Die Emoticons wurden nämlich in Japan erfunden und die kulturellen Unterschiede scheinen dafür zu sorgen, dass wir – beispielsweise – das Mädchen mit der Hand über dem Kopf als Zeichen für Bestürzung verwenden, während es eigentlich „Alles ok“ heißen soll.
Egal ob Japan oder Deutschland, ich habe selbst oft erlebt, wie ich anderen ein Emoticon schickte, das für mich ein "Gesicht" eine völlig klare Aussage hatte, der/die andere es aber ganz anders verstand. Vielleicht kennst du das auch?

 

 

Und nun? 

 

Durch die Schnelligkeit schreiben viele Menschen auch oft nur kurz zurück. Die Antworten auf auch längere Mails, SMS oder Whatsapp Nachrichten sind dann vielleicht nur kurz und knapp. Das Notwendigste wird gesagt und Punkt. Wisst ihr immer, ob der andere nur in Eile ist oder vielleicht genervt, beleidigt, doch nicht einverstanden,...? Wer kurz und knapp schreibt lässt viel Raum für Interpretationen. Wir wissen nicht in welchem Ton die Information rübergebracht wurde und wir sehen die Mimik und Gestik nicht. Wenn wir anderen Menschen gegenüberstehen, hilft uns das, auch kurze, knappe Infos richtig einzuordnen: „ Ah, er/sie ist gerade in Eile, ist aber in guter Stimmung.“

 

Emoticons sind also super, um das ein wenig auszudrücken und den Text etwas lebendiger erscheinen zu lassen. Sie eigenen sich aber nicht immer – gerade außerhalb des Freundeskreises – um sie für sich allein stehen zu lassen. Hier kann ein Bildchen für viele Missverständnisse sorgen – und ich spreche da aus Erfahrung ;).

 

Sei dir bewusst, wie viele und wie schnell Missverständnisse entstehen können. Es lohnt sich also in vielen Situationen, dir Gedanken zu machen, was du sagen möchtest, was der geeignete Kanal dafür ist und wie du deine Aussage am besten formulierst. Insbesondere bei Kollegen, fernen Bekannten, etc. lohnt es sich darauf zu achten und einfach einmal über den Text zu lesen - selbst dann, wenn es wirklich nur eine kurze Antwort ist. 
Mit einer Anrede, einem vollständigen Satz (also diese Subjekt-Prädikat-Objekt-Sache), möglichst keinen Rechtschreibfehlern und einem freundlichen Gruß zum Schluss kannst du nie was falsch machen. Selbst wenn es nur eine WhatsApp-Nachricht ist, wird sich bestimmt keiner beschweren ;). Über nette und freundliche Nachrichten freut sich doch jeder. Ich finde, dass so eine Nachricht/Mail sogar etwas mit Respekt zu tun hat. Ja, natürlich wird auch jeder eine Mitteilung, in der einige Fehler zu finden sind und die mal eben so dahingeschrieben sind. Aber ist es nicht immer auch ein schönes Zeichen der Wertschätzung zu merken, dass auf der anderen Seite jemand mit seinen Gedanken wirklich auch bei der Nachricht an dich war?! Ich finde schon und darum freue ich mich auch immer sehr, wenn ich nette Mail bekomme, die nicht nur mit "Hallo" beginnen. Du bestimmt auch, oder?

 

Der letzte Aspekt und eine kleine Vorschau:

 

Schwierige Gespräche lassen sich noch immer persönlich und direkt führen. Überraschung ;-) Das ist für dich jetzt bestimmt keine Neuigkeit. Aber gibt es noch eine Alternative dazu? Ja! Es ist das Schreiben, aber das langsame, für das du dir Zeit nimmst. Auf dem Papier, in einem langen Brief oder Text, gibt es auch keine Mimik, keine Gestik, keinen Stimmklang, aber wir haben immerhin noch den Raum uns auszudrücken.

 

Und wie genau du das Schreiben als Ergänzung zum persönlichen Gespräch nutzen kannst (vor allem bei schwierigen oder unangenehmen Gesprächen) und welche Übungen und Impulse es dafür gibt, erfährst du im nächsten Blogpost.

 

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